Als ich vor ein Paar Wochen das SnapPap zum Testen bekam, hatte ich die Idee, diesmal nicht „nur“ ein Beispiel zu machen, sondern das total interessante Material eher gründlich technisch zu testen.
Das SnapPap bietet so viele Möglichkeiten, dass ich ausprobieren wollte, was wie geht und wie das Material darauf reagiert.
So bekommt ihr nun hier eine ausführliche Anleitung zum Waschen, Trocknen, Bügeln, Bedrucken, Besticken, Vernähen, Beplotten und ein paar nützliche andere Tips dazu.
MATERIAL:
SnapPap hat einen Kunststoffkern, der es so belastbar macht.
Die Oberschicht besteht aus einer Papierschicht, die aber besondere Eigenschaften hat. Dadurch ist es sehr, sehr stabil.
Das Material hat mich zunächst erinnert an die Schilder, die ihr machmal geprägt und bedruckt hinten an den Jeanshosen findet, die waren früher aus Leder, heute aus einen Material, das sich anfühlt und aussieht wie unser SnapPap, allerdings ist das SnapPap deutlich dicker (ca. 2mm)
SnapPap fühl sich ungewaschen an wie ein sehr dicker Fotokarton, nach dem Waschen hat es eine lederartige Oberfläche.

WASCHEN:
Du kannst SnapPap in gemischten Farben in der Waschmaschine mit normalem Pulverwaschmittel bei bis zu 60 Grad waschen. Es färbt NICHT aus, ich habe weiß und schwarz zusammen bei 60 Grad gewaschen zum Testen. Auch das geht.
Möchtest Du, dass es wenig knittert beim Waschen, kannst Du es in die Trommel rollen, wenn Du kleinere Stücke geschnitten hast, ansonsten empfehle ich eine niedrigere Schleudergeschwindigkeit. Das SnapPap schrumpft minimal beim Waschen, wird aber insgesamt um einiges weicher und lederartiger. Möchtest Du den Papiercharakter erhalten, solltest du es nicht waschen oder nur unter fließendem Wasser reinigen, falls es mal verschmutzt ist.

WÄSCHTROCKNER:
Du kannst bedenkenlos den Wäschetrockner benutzen, das Material läßt hier keine Fasern und verträgt auch hohe Temperaturen, knittert dadurch aber natürlich mehr, bildet aber keine Knötchen.
BÜGELN:
Es kann ganz heiß und mit Dampf gebügelt werden.So bekommst Du auch schärfere Knicke wieder heraus.
Ganz glatt wird es einfacher, wenn du es feucht bügelst… so wie es aus der Waschmaschine kommt.
Aber auch später oder nach dem Wäschetrockner bekommt man es mit heißem Eisen und Dampf wieder schön glatt. Dies gilt auch für ungewaschenes SnapPap, das Knicke hat.
AUFBEWAHRUNG:
Schön glatt bleibt das Material, wenn du es gerollt aufbewahrst oder eben flach lagerst.Falten kann man nicht empfehlen, die Knicke davon bleiben, und müssten dann vor der Verarbeitung wieder ausgebügelt werden.

FALTEN UND KNICKEN:
Die kannst SnapPap ganz prima knicken und Falten, das Material leidet darunter dank dem festen Kern nicht und reißt auch nicht in der Oberfläche. Die Oberfläche ist abriebfest und bildet keine Fussel oder Knötchen.
SCHNEIDEN:
Das Material kann mit gängigen Schneidewerkzeugen wie Scheren, Rollschneider etc. verarbeitet werden.
Auch ganz feine Schnitte sind möglich, das Material franst überhaupt nicht aus und kann sogar in ganz dünnen Streifen noch sehr belastet werden.
Wir haben ganz dünne Streifen geschnitten (unter 5 mm), sie sind absolut stabil, durch Ziehen nicht zum reissen zu bringen. Also für Gurtbänder, Taschen, Schmuckverarbeitung usw. hervorragend geeignet, da weniger elastisch als Leder und absolut reissfest.
Dafür aber bitte NICHT die gute Stoffschere verwenden, der Papieranteil macht diese stumpf!
PLOTTEN:
Man kann SnapPap auch im Schneideplotter verarbeiten, das habe ich nicht getestet. Richtwerte für Plottereinstellungen sind nach Erfahrungsberichten anderer Tester: Geschwindigkeit sehr gering, Dicke ganz hoch, Messer maximale Tiefe und Doppelschnitt.
KLEBEN:
Ich habe den Klebetest mit Bastelkleber (Holzlein) umd Textilkleber gemacht. Beides hat wunderbar gehalten. Ebeso kann man SnapPap mit Heißkleber verarbeiten.
NÄHEN:
Ich habe mit normalen (70) Nähnadeln zwei Lagen problemlos übereinander vernähen können, zur Sicherheit kann man bei noch mehr Lagen etewas dickere Nadeln verwenden.
Auch Overlock- und Covernähte waren bei 2 Lagen noch problemlos möglich und sehr sauber.
das Material ist trotz seiner Stabilität noch fein in der Struktur und kann gut durchstochen werden.
Auch Ziernähte sind kein Problem.

BESTICKEN:
Lockere Motive und alle Dateien, die linienartig angelekgt sind lassen sich sauber und problemlos auf gewaschenem oder ungewaschenem Material sticken, hier einfach auf Stickvlies befestigen (kleben) und normal sticken. Soll das fertige Teil allerdings hinterher gewaschen werden, unbedingt auch das SnapPap vorwaschen, da es ja leicht einläuft.
Ausgestickte Motive und Motive mit Umrandung lassen sich gut sticken, wenn man Folgendes beachtet: Wähle eine sehr langsame Stickgeschwindigkeit auf gewaschenem Material und eine neue, spitze Nadel, dann gelingt auch das gut. Extrem dicht gestickte Motive sind zu meiden, das schaffen die kleineren Haushaltsmaschinen nicht immer sauber. Das bitte mit der eigenen Maschine testen, meine Brother 6-Nadel-Maschine hatte keine Probleme. Schön finde ich das Material für Aufnäher, es hat doch nochmal einen anderen Charakter als Stickvlies…

BEMALEN:
Ich habe alle gängigen Stifte mal auf ungewaschenem SnapPap getestet, es läßt sich verarbeiten wie gröberes Papier. Toll fand ich die feinen Effekt, die mit dünnem Bleistift möglich waren, hier hat das SnapPap fast den Charakter eines leichten Aquarellpapieres.
Farben laufen NICHT aus, das Papier saugt nicht, dadurch bleiben Konturen schön scharf.
FÄRBEN:
Dafür eigenet sich natürlich am Besten das weisse SnapPap, Textilfarbe ermöglicht hier alle Farbvarianten, auch Batikfarbe und Stoffmalfarbe halten hervorragend.

BEDRUCKEN & BEBÜGELN:
Direkt in den Drucker stecken wollte ich das Papier nicht, für meinen Drucker ist es zu dick. Nimmt der Drucker die Dicke, geht sicher auch das, die Papieroberfläche läßt sich ja mit vielen Farben verzieren, auch mit Stempelfarbe, dann geht auch Druckerfarbe.
Snaply bietet Transferfolie an, die ich mit SnapPap getestet habe. Sie wird nach dem Bedrucken in Tintenstrahldrucker heiß aufgebügelt. Das funfktioniert sehr gut, allerdings hatte ich bei gewaschenem SnapPap die besseren Ergebisse, ich rate hier gewaschenes Material zu verwenden!
SnapPap läßt sich auch mit Flockmotiven, Flexmotiven und Strassmotiven wunderbar und haltbar bebügeln,
Allerdings darf man grundsätzlich bei Materialien, die man bebügeln möchte, keinen Weichspüler verwenden.
Snaply hat für SnapPap eine eigene Seite gestartet, dort findet ihr noch mehr Tips und Tricks und ganz viele kreative Designbeispiele.
Ihr könnt SnapPap ab 7.7. hier im Snaply-shop kaufen.
Ich könnte mich damit ewig beschäftigen, die Möglichkeiten sind wirklich unendlich…und Euch fällt bestimmt noch was ein, was hier gar nicht erwähnt wurde….
Mal was Anderes , das ich wirklich inspirierend finde….es wird noch gewerkelt hier und ich hab schon eine besondere Idee.
Viel Spaß damit!